Einkaufsratgeber Teil 1: Prozessoren

Die aktuelle Auswahl an Prozessoren ist größer als je zuvor. Alleine im Consumerbereich sind im Moment über 200 verschiedene CPUs von Intel und AMD verfügbar. Aber welcher ist für Euren Einsatzzweck am besten geeignet?

Multithreading oder Singlecore-Leistung?

Mehr Kerne bedeuten nicht immer mehr Leistung. Während manche Anwendungen, wie Videobearbeitung oder CAD-Rendering, massiv von hohen Kernanzahlen profitieren, bevorzugen die meisten Spiele eine hohe Leistung pro Kern.

Wer also einen reinen Gaming-PC zusammenstellt, wird mit einem aktuellen Intel Core i5 bestens bedient sein. Die zirka 100 € Ersparnis im Vergleich zu einem i7 können dann zum Beispiel in eine bessere Grafikkarte, oder eine größere SSD investiert werden.

Wer allerdings seine Gaming-Sessions streamen will, wird sich über die Ressourcen zusätzlicher Kerne oder Hyperthreading freuen.

Soll der PC hingegen hauptsächlich zur Videobearbeitung eingesetzt werden, ist das genaue Gegenteil der Fall. Hier können mehr Kerne die Renderzeit massiv verkürzen. Ob eine leistungsfähige Grafikkarte zusätzlich empfehlenswert ist, hängt von der verwendeten Software ab. Unterstützt diese CUDA, wird eine nVidia-Grafikkarte die Arbeitsvorgänge beschleunigen können. Wenn hingegen OpenCL unterstützt wird, kann man zur Beschleunigung sowohl nVidia, als auch AMD-Grafikkarten verwenden. Allerdings bieten in diesem Fall AMDs Produkte erfahrungsgemäß etwas mehr Rohleistung.

Dual-, Triple- und Quad-SLI oder Crossfire

Möchte man mehrere Grafikkarten verwenden, sollte man auf die Anzahl der PCI-Express-Lanes achten, die von Mainboard und CPU bereitgestellt werden. Während sich ein Dual-SLI-System mit fast jedem Prozessor realisieren lässt (vorausgesetzt das Mainboard unterstützt SLI) wird es bei drei oder mehr Grafikkarten schon etwas kniffliger. nVidia-Grafikkarten benötigen mindestens 8 PCIe-Lanes, bei AMD gibt es diese Limitierung nicht. Empfehlenswert ist die Anbindung über 4 Lanes allerdings trotzdem nicht, da die fehlende Bandbreite die Grafikkarten wiederum ausbremst.

Intels Prozessoren für die Sockel 1150 und 1151 bieten maximal 16 PCIe 3.0 Lanes. Mit diesem Unterbau lassen sich also maximal zwei Grafikkarten betreiben. Sollen es mehr sein, muss man auf eine Plattform mit 2011-v3 Sockel setzen.

Auch hier ist allerdings Vorsicht geboten. Das kleinste CPU-Modell für diese Plattform, der Core i7 5820K, bietet nämlich im Vergleich zu den anderen zwei Modellen nur 28 PCIe Lanes. Somit kann man mit dieser CPU maximal drei Grafikkarten im SLI-Verbund betreiben. Wer 4 Stück einbauen möchte, muss sich für eine der zwei anderen CPUs entscheiden.

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Bild: AMD

Bei AMD sieht die Sache derzeit ähnlich aus. FM2+ CPUs stellen hier maximal 16 Lanes zur Verfügung, dafür in der Version 3.0.

Bei dem etwas in die Tage gekommenen Sockel AM3+ wird lediglich PCIe 2.0 geboten. Die Anzahl der Lanes und somit möglichen Grafikkarten hängt vom verbauten Chipsatz ab. Hier gilt es, die Datenblätter der Mainboards zu studieren. Bei spätestens drei Grafikkarten ist aber auch hier Schluss.

GHz ist nicht gleich GHz

Ist man auf der Suche nach hoher Single-Thread-Leistung für einen Gaming-PC, ist die Verlockung groß GHz-Werte zu Vergleichen. Innerhalb einer Prozessorarchitektur ist das auch durchaus möglich. Zum Beispiel ist ein Core i5 der 6. Generation mit 3.3 GHz etwa 10 % schneller, als ein Core i5 der 6. Generation mit 3.0 GHz. Schwieriger wird dieser Vergleich bereits bei unterschiedlichen Generationen. Spätestens wenn man die Leistung einer Intel-CPU mit einer von AMD vergleichen möchte, sind reine GHz-Werte bedeutungslos.

Wie kann man also die Leistung völlig unterschiedlicher Prozessoren vergleichen? Am besten durch Benchmarks, die den gewünschten Anwendungsfall abdecken. Auf AnandTech findet Ihr hunderte Benchmarks der beliebtesten CPUs und könnt die Ergebnisse von jeweils 2 CPUs direkt vergleichen.

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Bild: Anandtech

M.2, USB, PCIe und NVMe

Möchte man eine moderne SSD, wie zum Beispiel die Samsung 950 Pro verbauen, sollte man darauf achten, dass die Kombination aus Mainboard und CPU den entsprechenden M.2-Slot besitzt und NVMe unterstützt. Um die maximale Leistung aus der SSD herauszuholen, sollte man ebenfalls darauf achten, dass der entsprechende Steckplatz über PCIe 3.0 angebunden ist. Eine AM3+ Plattform ist somit weniger empfehlenswert, da diese nur PCIe 2.0 zur Verfügung stellt.

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Bild: Samsung

Viele Mainboardhersteller haben mittlerweile auch für ältere Plattformen Modelle mit USB 3.0/3.1 veröffentlicht. Hierbei wird die Funktion über Zusatzchips realisiert, die allerdings nicht an die Performance nativer Chipsatzcontroller herankommen.

Fazit

Eine perfekte CPU für jeden beliebigen Anwendungsfall wird man (zumindest zu einem vernünftigen Preis) nicht finden. Ein bisschen Recherche wird sich also nicht vermeiden lassen.

Alternativ könnt Ihr auch einfach in einen unserer Shops kommen, wo Euch unsere Mitarbeiter gerne bei der Wahl des richtigen Prozessors unterstützen! Ihr findet uns in Wien in der Lugner City, in Klagenfurt, sowie in Völs und wir würden uns über Euren Besuch freuen! Und das Beste ist, mit unserem Gutschein spart Ihr auch noch 50% auf die Assemblierung Eures Wunschsystems!

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