Einkaufsratgeber Teil 2: Grafikkarten

Kaum eine Hardwarekomponente vermag es den PC-Markt so sehr zu polarisieren, wie die Grafikkarte. Während die einen seit Jahren auf nVidia setzen, kommt anderen nur AMD ins Haus. Aber welche sind objektiv betrachtet die wichtigsten Unterschiede?

Technik

Wie bereits bei unserem Artikel über CPUs angeschnitten, gibt es einige technische Unterschiede zwischen den Bewerbern. AMD ist bekannt dafür, auf offene Standards zu setzen, während nVidia gerne proprietäre Technologien entwickelt. Das führt ärgerlicherweise dazu, dass nicht jedes Spiel oder jede Software mit jeder Grafikkarte ideal läuft. Unterstützt ein Spiel zum Beispiel Physikberechnungen durch PhysX, wird man diese Funktion mit einer AMD-Grafikkarte nicht nutzen können. AMDs Technologien, wie zum Beispiel TressFX, das für eine natürliche Darstellung von Haaren sorgt, können zwar mit Grafikkarten beider Unternehmen verwendet werden, allerdings ist die Performance auf AMD-Karten deutlich besser.

tressfx
Bild: AMD

Hat man vor, mehr als eine Grafikkarte im SLI- oder Crossfire-Verbund zu betreiben, wird die Entscheidungsfindung nochmal komplizierter. Hier lässt sich nicht mehr voraussagen, welches Spiel von welchem Grafikkarten-Doppelpack profitieren wird. Einmal mehr wird es unverzichtbar Benchmarks zu vergleichen.

GSync oder Freesync?

Seit knapp zwei Jahren unterstützen Monitore die variable Anpassung der Bildwiederholrate. Diese Technik bringt vor allem bei grafisch anspruchsvollen Spielen Vorteile, bei denen die Grafikkarte nicht konstant 60 Bilder pro Sekunde berechnen kann. Durch eine variable Bildwiederholrate des Monitors, die sich an die ausgegebenen Bilder der Grafikkarte anpasst werden unschöne Effekte, wie zum Beispiel Tearing verhindert.

gsync
Bild: Philips

Während beide Technologien praktisch zum selben Ergebnis führen, sind sie nicht miteinander kompatibel. Da derzeit kein Monitor am Markt sowohl GSync, als auch Freesync unterstützt, kann ein zukünftiger Wechsel teuer werden. Hat man erstmal eine nVidia-Grafikkarte und einen GSync-fähigen Monitor gekauft, muss bei einem Wechsel auf AMD und Freesync auch ein neuer Monitor gekauft werden.

Multi-GPU

Möchte man ein bestehendes System aufrüsten, kann man das oft durch eine zweite Grafikkarte tun. Das Mainboard muss diese Funktion allerdings auch unterstützen. Bei AMD sollte man darauf achten, dass das Mainboard Crossfire unterstützt, bei nVidia heißt das Pendant SLI. Wird die Funktion nicht unterstützt, kann es oft günstiger sein, statt einem neuen Mainboard und der 2. Grafikkarte eine einzelne, stärkere Grafikkarte zu kaufen.

SLI

Beim Kauf eines neuen PCs ist es grundsätzlich ratsam, zum nächststärkeren Modell zu greifen, anstatt 2 schwächere Grafikkarten zu verbauen, da SLI und Crossfire auch einige Nachteile mit sich bringen. Der Leistungsgewinn variiert teilweise sehr stark von Spiel zu Spiel, bei manchen wird man mit 2 Grafikkarten tatsächlich die doppelte Anzahl an FPS erreichen, bei anderen hingegen deutlich weniger. Außerdem kann es zu Mikrorucklern kommen, die mehr oder weniger störend auffallen.

Stromverbrauch und Wärmeentwicklung

Je nachdem, was für ein Gehäuse und Netzteil verwendet wird, sollte man auch auf diese zwei Faktoren achten. Das Netzteil sollte auf jeden Fall genug Strom für das komplette System stabil liefern können.

Kompakte Gehäuse haben es oft schwer, die von den Grafikkarten produzierte Wärme abzuführen. Hier sind Grafikkarten mit Radiallüfter von Vorteil, da sie die warme Luft direkt nach draußen blasen, anstatt sie im Gehäuse zu verwirbeln.

Außerdem hängt die Wärmeentwicklung direkt vom Stromverbrauch ab. Ist das Gehäuse schlecht belüftet, sollte man eher zu einer effizienteren Grafikkarte greifen. Bei den aktuell erhältlichen Grafikkarten gewinnt nVidia noch in dieser Disziplin. Die nächsten Generationen werden höchstwahrscheinlich dank neuer Fertigungstechnologien sowohl bei nVidia, als auch bei AMD deutlich an Effizienz gewinnen.

Preis

AMDs Grafikkarten waren während den letzten paar Generationen meist etwas günstiger, als vergleichbare nVidia-Karten. Allerdings gibt es von beiden Herstellern immer wieder Aktionen, die das Preis-/Leistungsverhältnis verändern. So bekommt man derzeit von nVidia das Spiel „The Division“ zu jeder GTX 970 oder GTX 980(Ti) geschenkt, und AMD hat in der Vergangenheit auch immer wieder Spiele mit ihren Grafikkarten gebündelt.

 

2 Kommentare zu „Einkaufsratgeber Teil 2: Grafikkarten“

  1. Sehr schön auf den Punkt gebracht. Was ich mir auch manchmal denke ist, dass ein weiterer ernst zunehmender Grafikchip Hersteller neben nVidia und AMD die Messlatte relativ hochsetzen würde. Vergleichbar wäre das mit den Konsolen als die Xbox auf den Markt kam..

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